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Die Retropatellararthrose betrifft die Gelenkfläche hinter der Kniescheibe und den korrespondierenden Bereich auf der Oberschenkelgelenkfläche. Diese Knorpelschädigung kann allein oder auch in Verbindung mit anderen Schäden im Knie vorkommen.
Die Abnutzung der Knorpelflächen wird durch den hohen Druck der Kniescheibe auf den Oberschenkelknochen gefördert. Das betrifft vor allem Menschen mit knieenden Berufen und Tätigkeiten, bei denen andauernd schwere Lasten über einen Höhenunterschied zu bewegen sind. Zusätzlich förderd sind angeborene Gelenkstellungen die zu einem hohen Anpressdruck der Kniescheibe an das übrige Gelenk führen. Verschiedene Verdrehungen oder Verschiebungen des Oberschenkelknochens gegenüber dem Unterschenkelknochen können zusätzlich einen erhöhten Druck der Kniescheibe auf die Oberschenkelrolle auslösen. Auch eine zu kurze Patellarsehne kann der Grund für eine massive und andauernde Druckerhöhung sein. Besonders Sportler, die ständig hohe Gewichte heben (z. B. Gewichtheber, Bodybuilder, Akrobaten usw.), sind bereits ohne Fehlstellung der Knochen anfällig für eine Retropatellararthrose.
Ein nicht glatt verheilter Knochenbruch der Kniescheibe oder der Gelenkfläche des Oberschenkelknochens kann ebenfalls zu einer Retropatellararthrose führen, da eine kleine Knochenstufe an der Hinterfläche der Kniescheibe oder der Vorderfläche des Oberschenkelknochens eine erhöhte Abnutzung des Knorpels erzeugt und so bereits eine Arthrose begünstigt.
In einigen Fällen sind die seitlichen Haltebänder der Kniescheibe zu kurz und verziehen die Patella nach einer Seite (meist nach außen - lateral). Es kommt zu einer Fehlstellung der Kniescheibe in der Oberschenkelrolle. Dieses Verziehen der Kniescheibe führt zu einer asymmetrischen Druckerhöhung an der Kniescheibe und am Oberschenkelknochen nach außen. Zusätzlich kommen angeborene Missbildungen (Dysplasie) der Kniescheibe vor, bei denen die Kniescheibe nicht genau in ihr Bett im Oberschenkelknochen passt.
In allen Fällen wird die Knorpelfläche unregelmäßig abgenutzt und es kommt zur begrenzten Zerstörung des Knorpels hinter der Kniescheibe, wobei das Patellalager auf dem Oberschenkel und die Hinterfläche der Kniescheibe betroffen sind. Vor allem bei jüngeren Menschen treten begrenzte Knorpelschäden auf. Ältere Patienten leiden selten an einem isolierten Schaden des Retropatellarraums, hier ist der Knorpelschaden des gesamten Gelenkes oft weit fortgeschritten, sodass eine spezielle Behandlung der Retropatellararthrose keinen Sinn mehr ergibt. Die Beschwerden würden bei begrenzter Behandlung nicht wesentlich zurückgehen, schließlich sind andere Kniegelenkanteile bereits geschädigt. Hier kommt nur noch eine gesamte Kniegelenksbehandlung in Frage, meist mit einer Kniegelenkstoilette mit zusätzlicher Druckentlastung der Kniescheibe oder in sehr schweren Fällen mit der Implantation einer Knieendoprothese.
Zur isolierten Behandlung der Retropatellararthose gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Einfachste ist eine Eintrennung der seitlichen Haltebänder, dieser Eingriff kann arthroskopisch durchgeführt werden. Umstellungen am Halteapparat der Kniescheibe sind ebenfalls möglich, um die Kniescheibe mehr nach innen zu ziehen. Umstellungen am Unterschenkelknochen sind eine weitere Möglichkeit, den Druck von der Kniescheibe zu nehmen. Geschädigter Knorpel kann eventuell durch eine Mosaikplastik ersetzt werden. Gelegentlich wird die Patella komplett entfernt, was leider oft die Beschwerden nicht nimmt, da die Patellarsehne weiter auf den Oberschenkel drückt. Die letzte isolierte Behandlungsmöglichkeit ist die Implantation einer Prothese in das Kniegelenk. Auch die kompletten Knieprothesen beheben das Problem mit der Kniescheibe aber es sind auch Prothesen, die nur den Retropatellarraum ersetzen, erhältlich.
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