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Die Diagnostik beginnt immer mit der Anamnese - einer ausführlichen Befragung über die Beschwerden und weitere damit zusammenhängende Symptome. Oft kann die Erkrankung schon aufgrund der Krankheits- und Beschwerdengeschichte erkannt werden. Die Befragung schließt auch die Familiengeschichte und die Einnahme von Medikamenten, insbesondere Mitteln, die das Blut verdünnen und Medikamente gegen Diabetes mit ein. Außerdem erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der die betroffenen Gelenke und Gliedmaßen genauestens untersucht werden. Abschließend wird oft eine allgemeine körperliche Untersuchung des Patienten notwendig. Das trifft vor allem vor Operationen zu. So wird die allgemeine Operationsfähigkeit der betroffenen Person festgestellt. Eventuell sind weitere Untersuchungen notwendig, um die genaue Diagnose zu finden oder um das Ausmaß des Schadens festzustellen.

Das Blut wird auf Entzündungszeichen und spezielle Eiweiße, die auf Rheuma hinweisen, untersucht. Damit lässt sich häufig schon der Anfangsverdacht auf eine Entzündung erhärten. Zusätzliche Blutuntersuchungen sind zur Vorbereitung einer Operation notwendig.

Ein wichtiges Hilfsmittel ist das Röntgenbild. Da es fast überall, mindestens aber in jedem Krankenhaus angefertigt werden kann, ist es leicht zu erhalten. Viele Diagnosen können allein durch das Röntgen gestellt werden. Das betrifft vor allem Knochenbrüche und andere Veränderungen am Knochen, wie Tumore. Knorpelveränderungen können mittels Röntgen nicht abgebildet werden. Durch schwere Arthrosen werden jedoch auch die Knochenbereiche, die direkt im Gelenk liegen, verändert, so dass schwere Arthrosen auch durch das Röntgen erfasst werden können. Zusätzlich gibt es indirekte Zeichen, wie die veränderte Weite des Gelenkspalts, die auf eine Knorpelerkrankung hinweist. Verkalkungen der im Gelenk liegenden Strukturen sind ebenfalls Hinweise auf Schäden. Gelenkveränderungen werden aber im Röntgen immer sehr spät festgestellt, da Veränderungen am Knochen immer als Spätzeichen auftreten. Problematisch ist das Röntgen wegen der verwendeten Röntgenstrahlung. Es sollte nur so viel wie nötig geröntgt werden. Deshalb ist es sinnvoll, vorher angefertigte Röntgenbilder mit zum Arzt zu bringen.

Auch die Computertomographie (CT) besitzt für die Beurteilung des Knorpels und der Bänder nur eingeschränkten Wert. Diese Untersuchung wird auch mit Hilfe von Röntgenstrahlen durchgeführt. Dabei rotieren Röntgenkamera und Strahlungsquelle um den Körper. Die Drehung um den Körper sorgt dafür, dass sich die Intensität der Strahlung, die auf die Kamera gelangt, ständig ändert, so dass aus den Änderungen ein gutes Schnittbild des Körpers errechnet werden kann. Die knöchernen Strukturen, nicht nur an den Gelenken lassen sich ausgezeichnet darstellen, so dass bei speziellen Fragestellungen über den Knochen (bestimmte Knochenbrüche, Tumore) eine CT durchgeführt wird. Besonderen Wert hat die CT bei der Untersuchung des knöchernen Beckens. Die Diagnostik von Knochenbrüchen am Becken hat durch die CT den entscheidenden Fortschritt erfahren. Gerade die komplizierten Brüche mit Beteiligungen der Gelenke und zusätzlichen Verletzungen der Weichteile sind wesentlich besser zu sehen als mit konventionellen Röntgenaufnahmen. Die Operationsplanung ist durch die bessere Darstellung der Strukturen einfacher geworden.

Für die Darstellung von Weichteilstrukturen ist die Magnetresonanztomographie (MRT) gut geeignet. In den Gelenken lassen sich mit dieser Methode Knorpel, Bänder und Schleimhaut darstellen. Die Untersuchung ist aufwendig, da die technischen Voraussetzungen (MRT-Gerät) gegeben sein müssen. Diese Geräte sind sehr groß und benötigen eine starke Abschirmung gegen Magnetfelder und elektromagnetische Strahlung. Durch den komplexen Aufbau, die Abschirmung und die notwendige, komplizierte Software sind diese Geräte sehr teuer. Mit einem starken Magnetfeld, welches im Magnetresonanztomographen erzeugt wird, werden die Atomkerne im Körper ausgerichtet und danach mit einem elektromagnetischen Energieimpuls in spezielle Schwingungen gebracht. Die von den Atomkernen nach Abschalten des Impulses zurückgelieferte Energie wird gemessen und daraus wird die Information über den Molekularzustand der Atome und den Ort der Moleküle im Körper errechnet. Bei den in den Krankenhäusern und Arztpraxen verbreiteten MRT-Geräten werden Informationen über Wasserstoffatome gemessen und errechnet. Dadurch werden alle wasserhaltigen Gewebe gut abgegrenzt. Die Gelenke mit dem wasserhaltigen Knorpel und Gelenkflüssigkeit lassen sich damit sehr gut darstellen. Auch Bänder können gut gesehen werden. Sogar ein Schaden mitten in einem Meniskus, der äußerlich noch in Ordnung ist, kann dargestellt werden. In diesem speziellen Fall ist die MRT sogar der Arthroskopie überlegen. Knochen sind weniger gut zu sehen, weil in ihnen wenig Wasser ist.

Die Ultraschalluntersuchung ist ebenfalls für die Weichteiluntersuchung vorgesehen. Gelenk(-spalt), Menisken, Bänder und auch Knorpel können dargestellt werden. Allerdings ist für die effektive Untersuchung sehr viel Erfahrung notwendig. Am bekanntesten ist die Untersuchung der Hüftgelenke von Säuglingen, die heutzutage als Routineuntersuchung zum Ausschluss eines angeborenen oder bei der Geburt erworbenen Hüftschadens eingesetzt wird. Das Schultergelenk lässt sich gut mittels Ultraschall untersuchen. Besonders Sehnenrisse und Veränderungen in den Gelenklippen (Labrum glenoidale) können gesehen werden. Auch Verkalkungen im Gelenk werden durch die Brechung des Ultraschalls sichtbar. Knochen lassen sich nicht darstellen, da Ultraschall nicht vom Knochen geleitet wird, sondern direkt von der Oberfläche des Knochens reflektiert wird. Eine dicke Knochenhaut (Periost) kann bei Entzündungen oder Verletzungen gesehen werden.

Die Szintigraphie ist eine Methode, bei der die Anreicherung von gering radioaktiven Substanzen im Körper gemessen werden kann. Sie zeigt Bezirke des Körpers an, in denen eine erhöhte Durchblutung oder eine vermehrte Anreicherung bestimmter Stoffe vorliegt. Mit der Methode lassen sich entzündliche Prozesse zeigen. Bei einer Lockerung einer Gelenkprothese oder auch bei Rheuma liegt eine Entzündungsreaktion vor, so dass hier eine Szintigraphie zur Klärung der Diagnose angewendet werden kann. Bei der Untersuchung wird eine radioaktive Lösung in das Blut gespritzt, die sich verteilt und in stoffwechselaktiven Geweben anreichert. Diese Anreicherung wird nach fest definierten Zeiträumen mit Strahlendetektoren, die die Stärke und den Ort der Strahlung messen können, festgestellt. Aus dieser Messung wird die Verteilung der Radioaktivität im Körper aufgezeichnet und so können kranke Organe und Bereiche identifiziert werden.

Bei einer Schwellung des Gelenkes kann eine Punktion notwendig werden, um den Inhalt des Gelenkes absaugen zu können. Die Flüssigkeit gibt durch ihre Beschaffenheit Hinweise auf die Schädigung. Wenn es sich um Blut oder Eiter handelt, ist meist eine Operation notwendig, um die Erkrankung definitiv zu sanieren. Aber auch alle andern Flüssigkeiten, die bei einer Punktion gewonnen werden, werden zur mikrobiologischen und zytologischen Untersuchung eingeschickt.

Die Arthroskopie ist eine eingreifendere diagnostische Methode. Es handelt sich um eine Operation. Der Vorteil ist, dass die zu behandelnden Befunde bei diesem Eingriff unter Umständen sofort behoben werden können. Diese Methode wird natürlich nur angewendet, wenn sich die Erkrankung nicht anders sichern lässt oder wenn eine gleichzeitige Behandlung in jedem Fall durchgeführt wird.

Vor einer Operation werden noch weitere Untersuchungen notwendig, die vom Ausmaß der Operation und dem Gesundheitszustand und dem Alter der Patienten abhängen. Blutuntersuchungen werden vervollständigt. Wenn eine größere Operation geplant ist, bei der ein höherer Blutverlust zu erwarten ist, wird die Blutgruppe bestimmt und es wird eine Eigenblutspende geplant bzw. Blut bereitgestellt. Daneben wird häufig der Brustkorb geröntgt und ein Elektrokardiogramm (EKG) durchgeführt. Spezial-Röntgenaufnahmen der Gelenke und Extremitäten sind zur exakten Operationsplanung notwendig. An diesen Aufnahmen werden die Prothesengrößen festgelegt und die Winkel bestimmt, in denen die Prothesen eingebracht werden.

 

 

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