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Ein Knorpelschaden ist im Kniegelenk sehr häufig. Mit zunehmendem Alter kommt es zur Gelenkabnutzung, insbesondere dann, wenn eine Achsabweichung der Knochen vorliegt (sogenanntes O-Bein oder X-Bein) oder wenn die Körpermasse unverhältnismäßig hoch ist. Auch bei ständiger, langandauernder Belastung kann sich ein Knorpelschaden einstellen. In einem Alter von 70 Jahren findet sich bei fast jedem Menschen eine Arthrose der Kniegelenke.
Von einer Arthrose spricht man, wenn sich in der Röntgenaufnahme Gelenkveränderungen nachweisen lassen. Diese Veränderungen zeigen Verschmälerungen des Gelenkspaltes (Hinweise auf einen Knorpelschaden), Verhärtungen der unmittelbar dem Knorpel anliegenden Knochen und zusätzliche Knochenbildung, mit der der Körper versucht, den Gelenkschaden zu begrenzen und mehr Auflagefläche zu schaffen. Leider sind auch die besten Röntgenbilder nicht allein aussagekräftig, da Beschwerden der Patienten behandelt werden und nicht die Erscheinungen, die sich in den Röntgenbildern zeigen.
Beschwerden sind vor allem Schmerzen, zuerst bei hoher Belastung, später in Ruhe. Die mögliche Gehstrecke wird immer kürzer. In Spätstadien verformt sich das Gelenk. Zuvor tritt oft ein Kniegelenkserguss auf, der in der chronischen Form eine Bakerzyste bildet.
Je nach Schwere der Symptome und den im Röntgenbild sichtbaren Veränderungen erfolgt eine Therapieplanung. Bei leichten Veränderungen kann gegen die Schmerzen schon die krankengymnastische Übung und Bewegung des Gelenkes helfen. Auch eine Arthroskopie kann sinnvoll sein, um das Kniegelenk (Knorpel, Bänder und Menisken) eindeutig beurteilen zu können. Gleichzeitig können auch die größtenteils betroffenen Menisken wieder geglättet, zerstörte Anteile und freie Gelenkkörper entfernt werden. Das Kniegelenk wird während der Arthroskopie gesäubert und gespült (Kniegelenkstoilette oder -debridement). Der hier erzielte Effekt kann über Jahre anhalten. Einer in England durchgeführten Studie zufolge, ließ sich zwar zwischen einer Arthroskopie und einer Scheinoperation kein Unterschied in der folgenden beschwerdefreien Zeit finden, aber zumindest gab es eine beschwerdefreie Zeit bei den meisten Patienten, auch bei denen, die nur eine Scheinoperation erhalten hatten. Falls die Beschwerden nach einer Kniegelenkstoilette nicht gebessert sind, wird den meisten Patienten als nächster Schritt die Implantation einer Kniegelenksendoprothese empfohlen. Vor allem für jüngere Patienten gibt es jedoch auch die Möglichkeit, vor diesem Schritt mit neueren Medikamenten und Knorpeltransplantationen zu arbeiten. Inzwischen ist auch die Knorpelzüchtung soweit ausgereift, dass sie in vielen Regionen Deutschlands durchgeführt wird.
Eine Sonderform der Arthrose im Kniegelenk ist die Retropatellararthrose. Hier kommt es zu einem Schaden des Knorpels hinter der Kniescheibe, der meist die Gelenkfläche des Oberschenkels mit einschließt. Die Schmerzen machen sich vor allem beim Steigen und Hinablaufen von Treppen bemerkbar, also in Situationen, in denen die Oberschenkelmuskulatur vor allem Haltearbeit verrichten muss.
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