Home
Grundlagen
Gelenke
Erkrankungen
Behandlung
Service
Kontakt
Impressum
Logo Internetservice Dr. J. Sauer
Logo amazon.de
Warum
drucken ?

Einfach als
Buch kaufen !

Arthrose

 

Gesetzliche Krankenkasse wechseln
 

 

GO FINANCE 24 - Rechnen. Nicht raten!
 

Mit zunehmendem Alter wird der Knorpel (die Gleitschicht in den Gelenken) rauher und nutzt sich ab. Die Schnelligkeit der Abnutzung und das Ausmaß des Schadens bestimmt die Beschwerden, die der einzelne im jeweiligen Gelenk hat. Risikofaktoren für eine vorzeitige Abnutzung sind falsche Belastung, Übergewicht, Bewegungsmangel, Fehlstellung der Gliedmaßen (X-Beine, O-Beine) oder Folgen von Verletzungen. Da im Erwachsenenalter kein Knorpel mehr nachwächst, sind die Schäden meist irreversibel. Inzwischen gibt es jedoch erste experimentelle Ansätze, neuen Knorpel in- oder außerhalb des Gelenkes zu erzeugen. Die nächsten Jahre werden sicherlich interessante Entwicklungen auf diesem Gebiet hervorbringen.

Die Ausprägung des Knorpelschadens ist unterschiedlich und wird in vier Grade eingeteilt.

Grad I

Verfärbung des Knorpels, Erweichung

Grad II

Risse im Knorpel

Grad III

Defekte die bis zum Knochen reichen

Grad IV

freiliegender Knochen (siehe Arthroskopie-Bild)


Hüftgelenk
 


Kniegelenk
 


Sprunggelenk
 

Kniegelenk

Ein Knorpelschaden ist im Kniegelenk häufig. Mit zunehmendem Alter kommt es zu einer Abnutzung des Gelenkes, insbesondere dann, wenn ein Achsabweichung der Knochen vorliegt (sogenanntes O-Bein oder X-Bein) oder wenn die Körpermasse unverhältnismäßig hoch ist. Auch bei ständiger, langandauernder Belastung kann sich ein Knorpelschaden einstellen. In einem Alter von 70 Jahren findet sich bei fast jedem Menschen eine Arthrose der Kniegelenke.

Arthroskopiebild

Von einer Arthrose spricht man, wenn sich in der Röntgenaufnahme des Gelenkes Veränderungen nachweisen lassen. Diese Veränderungen zeigen Verschmälerungen des Gelenkspaltes (Hinweise auf einen Knorpelschaden), Verhärtungen der unmittelbar dem Knorpel anliegenden Knochen und zusätzliche Knochenbildung, mit der der Körper versucht, den Schaden zu begrenzen und mehr Auflagefläche zu schaffen. Allerdings sind die Röntgenbilder nicht allein aussagekräftig, da Beschwerden der Patienten behandelt werden und nicht die Erscheinungen, die sich allein in den Röntgenbildern zeigen.

Die Beschwerden zeigen sich vor allem in Schmerzen, erst bei Belastung, später in Ruhe. Die zurückzulegende Wegstrecke wird immer kürzer. Das Kniegelenk verformt sich in Spätstadien. Vorher tritt oft ein Kniegelekserguss auf, der in der chronischen Form eine Bakerzyste bildet.

Röntgenbild Arthrose

Je nach Schwere der Symptome und dem Grad der im Röntgenbild sichtbaren Veränderungen erfolgt die Therapieplanung. Bei leichten Veränderungen kann schon die krankengymnastische Beübung des Gelenkes mit einer gezielten Aktivitätsveränderung helfen. Auch eine Arthroskopie kann sinnvoll sein, um das Kniegelenk und den Knorpel eindeutig beurteilen zu können. Auch die größtenteils betroffenen Menisken können so wieder geglättet, zerstörte Anteile und freie Gelenkkörper entfernt werden. Das Kniegelenk wird auf diese Weise gesäubert und gespült (Kniegelenkstoilette oder -debridement). Der hier erzielte Effekt kann über Jahre anhalten. Falls sich die Beschwerden nicht auf diese Weise lindern lassen, wird den meisten Patienten die Implantation einer Knieprothese empfohlen. Vor allem für jüngere Patienten gibt es jedoch auch die Möglichkeit, mit neueren Medikamenten und Knorpeltransplantationen zu arbeiten. Inzwischen ist auch die Knorpelzüchtung soweit ausgereift, dass sie in vielen Regionen Deutschlands durchgeführt wird.

Bücher: Thema Arthrose

Eine Sonderform der Arthrose im Kniegelenk ist die Retropatellararthrose. Hier kommt es zu einem Schaden hinter der Kniescheibe, der meist die Gelenkfläche des Oberschenkels mit einschließt. Die Schmerzen machen sich vor allem beim Steigen und Hinablaufen von Treppen bemerkbar.

Hüftgelenk

Die Hüftgelenksarthrose ist häufig. Es handelt sich um eine Gelenkabnutzung, bei der die Knorpelflächen in der Hüftpfanne und auf dem Hüftkopf dünner werden und teilweise komplett aufgebraucht sind. Die Ursache des Knorpelverschleißes sind einerseits ungleichmäßige Knochenformen in Hüftkopf oder -pfanne (Dysplasie), so dass der Knorpel durch die unregelmäßige Lastverteilung besonders an der Stelle der größten Kraftübertragung zerrieben wird. Andererseits kann es durch die Überlastung des Gelenks (ständiges Tragen großer Gewichte, Übergewicht, ständige Bewegung ohne Ruhephasen über sehr lange Zeit, intensive Bewegungen über lange Zeit) zu einer Abnutzung der Knorpelschichten kommen, die dann wegen der zunehmenden Rauhigkeit des Knorpels immer schneller fortschreitet. Der Beginn der Abnutzung des Knorpels läßt sich meist nicht festlegen, da im Frühstadium keine Beschwerden auftreten. Die Beschaffenheit und Belastbarkeit der Knorpelschichten ist ebenfalls unterschiedlich, so dass bei normalen Gelenken nicht vorauszusagen ist , wer später eine schwere Arthrose erleiden muss.

Röntgenbild Hüftgelenksarthrose

Die Behandlung der Arthrose erfolgt in den Frühstadien mittels Krankengymnastik und physikalischen Maßnahmen. Meist wird die Gabe von Medikamenten notwendig, die die vorliegende Entzündung bremsen und gleichzeitig Schmerzen vermindern (Antiphlogistika). Bei schwersten Entzündungsschüben werden Cortison und eventuell Immunsuppressiva gegeben.

Die Hüftdysplasie, eine Erkrankung, die durch die Ultraschalluntersuchung der Neugeborenen und die konsequente Spreizbehandlung sehr viel seltener geworden ist, wird bei vollem Auftreten und Beschwerden mittels operativer Umstellung des Hüftkopfes behandelt. Dadurch wird die Last auf eine andere (gesunde) Knorpelfläche verschoben und die Beschwerden nehmen ab.

Die schweren Arthrosen des Hüftgelenkes (Coxarthrose) werden durch den Ersatz des gesamten Hüftgelenks (Endoprothesenimplantation) behandelt. Dazu stehen mehrere Verfahren zur Wahl. Je nach Alter des Patienten und dem Zustand des Knochens werden die Endoprothesen fest verklebt (zementiert) oder ohne Klebung eingesetzt, so dass durch das Einwachsen des Knochens eine feste Verbindung entsteht. Die Vorteile und Nachteile sowie die Formen der zementierten Endoprothesen bzw. nicht zementierten Endoprothesen sind auf den zugehörigen Seiten aufgeführt. Sonderformen von Prothesen werden ebenfalls implantiert.

Bevor die Endoprothesen eingesetzt werden können, wird das Lager für das künstliche Gelenkteil vorbereitet. Hier werden alle Knorpelanteile aus der Hüftpfanne entfernt, um einen festen Sitz des Knochenzementes oder der Endoprothese im Knochen zu erreichen. In einem weiteren Schritt wird das Lager für den in den Oberschenkelknochen reichenden künstlichen Gelenkanteil ausgefräst. Je nach Form des Endoprothesenanteils wird ein spezielles Lager hergestellt. In einigen Kliniken wird das Lager für die Endoprothesenanteile mittel Roboter gefräst. Die Genauigkeit des Endoprothesenlagers ist dadurch sehr hoch. Ob und wie der künstliche Gelenkanteil im Knochen einwächst, kann jedoch nicht vorgegeben werden. Dass die Implantationshilfe durch einen Roboter Vorteile hat, konnte in den Verlaufsstudien nicht bewiesen werden. Erfahrene Operateure implantieren ohne Roboter mit den gleichen Ergebnissen und die Größe des Schnittes und der Muskelablösung ist ohne Roboter kleiner. Es gibt also noch keine Argumente, die für die Verbreitung der Implantationsroboter sprechen. Im Gegenteil: Die Ablösung der Muskulatur und Weichteile vom Knochen ist so umfangreich, dass häufig Nervenschäden beobachtet wurden. Die Häufigkeit der Implantation von Prothesen mittels Roboter ist durch diese Nachteile kleiner geworden.

Die Behandlung nach der Operation hängt von der eingesetzten Endoprothese ab. Die Haltbarkeit der heute eingesetzten Prothesen wird mit 15 bis 20 Jahren angegeben. Bei einer Lockerung oder Infektion der Endoprothese muss eine Wechseloperation durchgeführt werden. Diese Operationen sind aufwendig und nur nach ausgiebiger Diagnostik und Vorbereitung der Patienten durchführbar.

Sprunggelenk

Knorpelschäden im Sprunggelenk sind häufig. Das Gelenk muss die gesamte Last des Körpers bei jedem Schritt über den Fuß bewegen, dadurch ist es im Lauf des Lebens einer maximalen Belastung ausgesetzt. Gesteigert wird die Belastung noch durch Übergewicht, belastende Sportarten, Unfälle (z.B. Umknicken des Fußes) und Fehlstellungen (Knick-Senk-Spreizfuß).

Die Abnutzung des Gelenks beginnt meist an der Innen- und Außenseite des Gelenks, da die Führung der Gabel den engsten Kontakt zur “Rolle”  hat. Dabei wird der Knorpel verbraucht und der im Röntgen sichtbare Gelenkspalt wird kleiner. Zusätzlich kommt es zum Versuch, die Gelenkfläche zu vergrößern, um dem höheren Druck entgegenzutreten, es entstehen knöcherne Abstützungen am Gelenk.

Durch die Abstützungen und die weitere Einschränkung des Gelenkspaltes wird auch die Beweglichkeit des Gelenkes vermindert.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt. Zuerst müssen die zusätzlich schädigenden Einflüsse (Übergewicht, Belastung, Fehlhaltung) behoben werden. Der Druck auf das Gelenk kann durch Einlagen besser verteilt werden.. Bei der Bewältigung der Probleme helfen auch Schmerzmittel. Eine arthroskopische Spülung des Gelenks kann durchgeführt werden. In seltenen Fällen wird die Implantation einer Prothese durchgeführt. Häufiger wird die Indikation zur Versteifung des Gelenks gestellt.Kleinere Defekte können auch durch Knochen-Knorpel-Transplantationen oder Knorpel aus Knorpelzüchtungen behoben werden.