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Arthrose
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Mit zunehmendem Alter wird der Knorpel (die Gleitschicht in den Gelenken) rauher und nutzt sich ab. Die Schnelligkeit der
Abnutzung und das Ausmaß des Schadens bestimmt die Beschwerden, die der einzelne im jeweiligen Gelenk hat. Risikofaktoren für eine vorzeitige Abnutzung sind falsche Belastung, Übergewicht,
Bewegungsmangel, Fehlstellung der Gliedmaßen (X-Beine, O-Beine) oder Folgen von Verletzungen. Da im Erwachsenenalter kein Knorpel mehr nachwächst, sind die Schäden meist irreversibel. Inzwischen gibt es
jedoch erste experimentelle Ansätze, neuen Knorpel in- oder außerhalb des Gelenkes zu erzeugen. Die nächsten Jahre werden sicherlich interessante Entwicklungen auf diesem Gebiet hervorbringen.
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Die Ausprägung des Knorpelschadens ist unterschiedlich und wird in vier Grade eingeteilt.
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Grad I
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Verfärbung des Knorpels, Erweichung
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Grad II
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Risse im Knorpel
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Grad III
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Defekte die bis zum Knochen reichen
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Grad IV
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freiliegender Knochen (siehe Arthroskopie-Bild)
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Hüftgelenk
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Kniegelenk
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Sprunggelenk
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Kniegelenk
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Ein Knorpelschaden ist im Kniegelenk häufig. Mit zunehmendem Alter kommt es zu einer Abnutzung des Gelenkes, insbesondere
dann, wenn ein Achsabweichung der Knochen vorliegt (sogenanntes O-Bein oder X-Bein) oder wenn die Körpermasse unverhältnismäßig hoch ist. Auch bei ständiger, langandauernder Belastung kann sich ein
Knorpelschaden einstellen. In einem Alter von 70 Jahren findet sich bei fast jedem Menschen eine Arthrose der Kniegelenke.
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Von einer Arthrose spricht man, wenn sich in der Röntgenaufnahme des Gelenkes Veränderungen nachweisen lassen. Diese
Veränderungen zeigen Verschmälerungen des Gelenkspaltes (Hinweise auf einen Knorpelschaden), Verhärtungen der unmittelbar dem Knorpel anliegenden Knochen und zusätzliche Knochenbildung, mit der der
Körper versucht, den Schaden zu begrenzen und mehr Auflagefläche zu schaffen. Allerdings sind die Röntgenbilder nicht allein aussagekräftig, da Beschwerden der Patienten behandelt werden und nicht die
Erscheinungen, die sich allein in den Röntgenbildern zeigen.
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Die Beschwerden zeigen sich vor allem in Schmerzen, erst bei Belastung, später in Ruhe. Die zurückzulegende Wegstrecke
wird immer kürzer. Das Kniegelenk verformt sich in Spätstadien. Vorher tritt oft ein Kniegelekserguss auf, der in der chronischen Form eine Bakerzyste bildet.
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Je nach Schwere der Symptome und dem Grad der im Röntgenbild sichtbaren Veränderungen erfolgt die Therapieplanung. Bei
leichten Veränderungen kann schon die krankengymnastische Beübung des Gelenkes mit einer gezielten Aktivitätsveränderung helfen. Auch eine Arthroskopie kann sinnvoll sein, um das Kniegelenk und den Knorpel eindeutig beurteilen zu können. Auch die größtenteils betroffenen Menisken können so wieder geglättet, zerstörte Anteile und freie Gelenkkörper entfernt werden. Das Kniegelenk wird auf diese Weise gesäubert und gespült (Kniegelenkstoilette oder -debridement). Der hier erzielte Effekt kann über Jahre anhalten. Falls sich die Beschwerden nicht auf diese Weise lindern lassen, wird den meisten Patienten die Implantation einer Knieprothese empfohlen. Vor allem für jüngere Patienten gibt es jedoch auch die Möglichkeit, mit neueren Medikamenten und Knorpeltransplantationen zu arbeiten. Inzwischen ist auch die Knorpelzüchtung soweit ausgereift, dass sie in vielen Regionen Deutschlands durchgeführt wird.
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Eine Sonderform der Arthrose im Kniegelenk ist die Retropatellararthrose. Hier kommt es zu einem Schaden hinter der Kniescheibe, der meist die Gelenkfläche des Oberschenkels mit einschließt. Die Schmerzen machen
sich vor allem beim Steigen und Hinablaufen von Treppen bemerkbar.
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Hüftgelenk
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Die Hüftgelenksarthrose ist häufig. Es handelt sich um eine Gelenkabnutzung, bei der die Knorpelflächen in der Hüftpfanne
und auf dem Hüftkopf dünner werden und teilweise komplett aufgebraucht sind. Die Ursache des Knorpelverschleißes sind einerseits ungleichmäßige Knochenformen in Hüftkopf oder -pfanne (Dysplasie), so dass
der Knorpel durch die unregelmäßige Lastverteilung besonders an der Stelle der größten Kraftübertragung zerrieben wird. Andererseits kann es durch die Überlastung des Gelenks (ständiges Tragen großer
Gewichte, Übergewicht, ständige Bewegung ohne Ruhephasen über sehr lange Zeit, intensive Bewegungen über lange Zeit) zu einer Abnutzung der Knorpelschichten kommen, die dann wegen der zunehmenden
Rauhigkeit des Knorpels immer schneller fortschreitet. Der Beginn der Abnutzung des Knorpels läßt sich meist nicht festlegen, da im Frühstadium keine Beschwerden auftreten. Die Beschaffenheit und
Belastbarkeit der Knorpelschichten ist ebenfalls unterschiedlich, so dass bei normalen Gelenken nicht vorauszusagen ist , wer später eine schwere Arthrose erleiden muss.
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Die Behandlung der Arthrose erfolgt in den Frühstadien mittels Krankengymnastik und physikalischen Maßnahmen. Meist wird die Gabe von Medikamenten notwendig, die die vorliegende Entzündung bremsen und gleichzeitig Schmerzen vermindern (Antiphlogistika). Bei
schwersten Entzündungsschüben werden Cortison und eventuell Immunsuppressiva gegeben.
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Die Hüftdysplasie, eine Erkrankung, die durch die Ultraschalluntersuchung der Neugeborenen und die konsequente
Spreizbehandlung sehr viel seltener geworden ist, wird bei vollem Auftreten und Beschwerden mittels operativer Umstellung des Hüftkopfes behandelt. Dadurch wird die Last auf eine andere (gesunde)
Knorpelfläche verschoben und die Beschwerden nehmen ab.
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Die schweren Arthrosen des Hüftgelenkes (Coxarthrose) werden durch den Ersatz des gesamten Hüftgelenks
(Endoprothesenimplantation) behandelt. Dazu stehen mehrere Verfahren zur Wahl. Je nach Alter des Patienten und dem Zustand des Knochens werden die Endoprothesen fest verklebt (zementiert) oder ohne
Klebung eingesetzt, so dass durch das Einwachsen des Knochens eine feste Verbindung entsteht. Die Vorteile und Nachteile sowie die Formen der zementierten Endoprothesen bzw. nicht zementierten Endoprothesen sind auf den zugehörigen Seiten aufgeführt. Sonderformen von Prothesen werden ebenfalls implantiert.
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Bevor die Endoprothesen eingesetzt werden können, wird das Lager für das künstliche Gelenkteil vorbereitet. Hier werden
alle Knorpelanteile aus der Hüftpfanne entfernt, um einen festen Sitz des Knochenzementes oder der Endoprothese im Knochen zu erreichen. In einem weiteren Schritt wird das Lager für den in den
Oberschenkelknochen reichenden künstlichen Gelenkanteil ausgefräst. Je nach Form des Endoprothesenanteils wird ein spezielles Lager hergestellt. In einigen Kliniken wird das Lager für die
Endoprothesenanteile mittel Roboter gefräst. Die Genauigkeit des Endoprothesenlagers ist dadurch sehr hoch. Ob und wie der künstliche Gelenkanteil im Knochen einwächst, kann jedoch nicht vorgegeben
werden. Dass die Implantationshilfe durch einen Roboter Vorteile hat, konnte in den Verlaufsstudien nicht bewiesen werden. Erfahrene Operateure implantieren ohne Roboter mit den gleichen Ergebnissen und
die Größe des Schnittes und der Muskelablösung ist ohne Roboter kleiner. Es gibt also noch keine Argumente, die für die Verbreitung der Implantationsroboter sprechen. Im Gegenteil: Die Ablösung der
Muskulatur und Weichteile vom Knochen ist so umfangreich, dass häufig Nervenschäden beobachtet wurden. Die Häufigkeit der Implantation von Prothesen mittels Roboter ist durch diese Nachteile kleiner
geworden.
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Die Behandlung nach der Operation hängt von der eingesetzten Endoprothese ab. Die Haltbarkeit der heute eingesetzten
Prothesen wird mit 15 bis 20 Jahren angegeben. Bei einer Lockerung oder Infektion der Endoprothese muss eine Wechseloperation durchgeführt werden. Diese Operationen sind aufwendig und nur nach
ausgiebiger Diagnostik und Vorbereitung der Patienten durchführbar.
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Sprunggelenk
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Knorpelschäden im Sprunggelenk sind häufig. Das Gelenk muss die gesamte Last des Körpers bei jedem Schritt über den Fuß
bewegen, dadurch ist es im Lauf des Lebens einer maximalen Belastung ausgesetzt. Gesteigert wird die Belastung noch durch Übergewicht, belastende Sportarten, Unfälle (z.B. Umknicken des Fußes) und Fehlstellungen (Knick-Senk-Spreizfuß).
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Die Abnutzung des Gelenks beginnt meist an der Innen- und Außenseite des Gelenks, da die Führung der Gabel
den engsten Kontakt zur “Rolle” hat. Dabei wird der Knorpel verbraucht und der im Röntgen sichtbare Gelenkspalt wird kleiner. Zusätzlich kommt es zum Versuch, die Gelenkfläche zu vergrößern, um dem
höheren Druck entgegenzutreten, es entstehen knöcherne Abstützungen am Gelenk.
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Durch die Abstützungen und die weitere Einschränkung des Gelenkspaltes wird auch die Beweglichkeit des Gelenkes vermindert.
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Die Behandlungsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt. Zuerst müssen die zusätzlich schädigenden Einflüsse (Übergewicht,
Belastung, Fehlhaltung) behoben werden. Der Druck auf das Gelenk kann durch Einlagen besser verteilt werden.. Bei der Bewältigung der Probleme helfen auch Schmerzmittel. Eine arthroskopische Spülung des Gelenks kann durchgeführt werden. In seltenen Fällen wird die Implantation einer Prothese durchgeführt. Häufiger
wird die Indikation zur Versteifung des Gelenks gestellt.Kleinere Defekte können auch durch Knochen-Knorpel-Transplantationen oder Knorpel aus Knorpelzüchtungen behoben werden.
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