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Knochenbruch (lat. Fraktur)

 

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Gelenknahe Knochenbrüche sind oft durch die Mitbeteiligung des Gelenks kompliziert. Wenn im Gelenk eine Knochenstufe nach der Ausheilung der Fraktur bestehen bleibt, kann eine vermehrte Knorpelabnutzung zu einer Arthrose führen. Oft wird deshalb eine Operation vorgenommen. Die Operation kann meist eine stärkere Stufenbildung des Knochens im Gelenk und damit die Arthrose verhindern. Eine vollständige Rekonstruktion der Gelenkfläche ist bei der Behandlung gelenknaher Frakturen das Ziel der Behandlung, diese Maxime gilt auch für die konservative Behandlung (ohne Operation).
Der gelenknahe Knochen ist ausgesprochen weich, da hier wenig kompakter (fester) Knochen zur Verfügung steht und der Knochen eine Wabenstruktur besitzt. Diese Struktur muss bei der Behandlung beachtet werden. Sie bedingt, dass die Belastungsfähigkeit dieser Brüche eine längere Zeit eingeschränkt ist.


Hüftgelenk
 


Kniegelenk
 


Sprunggelenk
 

HÜFTGELENK

 

Hüftnahe Knochenbrüche sind im fortgeschrittenen Alter häufig. Die Knochen werden mit zunehmendem Alter entkalkt, so dass Stürze bei der häufig bestehenden Osteoporose eine Fraktur (Knochenbruch) nach sich ziehen.

Bekannt ist in diesem Zusammenhang die Schenkelhalsfraktur. Noch vor 25 Jahren war diesen Patienten ein langer Krankenhausaufenthalt im Streckverband und mit häufigen Komplikationen beschieden. Bei einem Bruch des Schenkelhalses bricht der Hüftkopf durch hohe Scherkräfte bei einem Sturz ab. Da die Blutversorgung bei gelenknahen Frakturen stark eingeschränkt sein kann und dadurch oft der Oberschenkelkopf abstirbt, wird beim älteren Menschen die Indikation zum Ersatz des Hüftkopfes oder des gesamten Hüftgelenkes gestellt. Die Prothese wird in diesem Fall einzementiert (eingeklebt). Dadurch wird die Bewegung der Patienten nach einigen Tagen wiederhergestellt. Bei jüngeren Patienten ist eine gelenk- und hüftkopferhaltende Verschraubung des Bruches möglich, diese Operation muss aber innerhalb weniger Stunden nach der Verletzung erfolgen.

Eine zweite Bruchform ist die Fraktur der Trochanterregion. Es handelt sich um die pertrochantären Frakturen (durch die Knochenvorsprünge verlaufend, an denen die Muskeln ansetzen).

pertrochantäre Oberschenkelfrakturen

Da die Blutversorgung der Gelenkanteile nicht gefährdet ist, kann eine Verschraubung mit Hüftkopfschraube und Marknagel (Gamma-Nagel: da Schraube und Nagel den griechischen Buchstaben GAMMA bilden) oder einer Schrauben-Platten-Konstruktion erfolgen. In beiden Fällen ist eine Belastung nach einigen Tagen möglich. Verschiedene andere Operationen sind bei Sonderbedingungen möglich.

versorgte pertrochantäre Oberschenkelfraktur

KNIEGELENK

 

Kniegelenksnahe Knochenbrüche sind nicht besonders häufig. Sie treten nach heftiger Gewalteinwirkung auf das Bein (Autounfälle, Stürze) auf. Im fortgeschrittenen Alter sind sie etwas häufiger, da der Knochen dann weniger Kalzium enthält.

Nicht nur das Schienbein und der Oberschenkelknochen, sondern auch die Kniescheibe kann brechen. Die sich anschließende Behandlung ist langwierig und muss meist durch eine Operation, bei der der Knochen wieder zusammengefügt wird, unterstützt werden.

Die Gefahr der gelenknahen Knochenbrüche besteht in der Abnutzung des Gelenkes durch eine Spaltbildung und in einer Fehlstellung der Gelenkachse. So kann später eine erhebliche Schädigung eines Gelenkes resultieren.

Der Bruch der Knierolle des Oberschenkels erfordert meist eine Operation, da die Gelenkachse und auch die Bandstruktur des Kniegelenkes erheblich gefährdet sind.

Ein Bruch der Kniescheibe kann je nach Stellung der Fraktur gelegentlich auch in einem Gips behandelt werden. Oft wird jedoch eine kleine Operation vorgenommen.

Der Bruch des Schienbeinkopfes ist ebenfalls eine Verletzung, die die Gelenkachse, den Knorpel und die Bandstruktur des Gelenkes erheblich gefährdet. Die operative Therapie steht auch hier im Vordergrund. Gelegentlich muss die optimale Versorgung sogar mit Hilfe einer Kniespiegelung vorgenommen werden. Eine Sonderform des gelenknahen Schienbeinbruches ist der Ausriß eines Kreuzbandes. Auch in diesem Fall sollte eine stabilisierende Operation durchgeführt werden, um die Funktion des Bandes wiederherzustellen.

SPRUNGGELENK

 

Frakturen am Sprunggelenk sind ausgesprochen häufig. Sie entstehen vor allem beim Umknicken im Gelenk mit großer Wucht (z.B. auf Treppen, Absätzen oder bei Sprüngen).

Eingeteilt werden die Verletzungen nach der Beteiligung des Innen- oder Außenknöchels und nach der Höhe der Fraktur am Wadenbein. Dabei spielt eine große Rolle, ob die Verbindung zwischen Wadenbein und Schienbein zerstört ist., da davon die Stabilität des Gelenks abhängig ist. Sobald diese Verbindung defekt ist, muss eine operative Versorgung vorgenommen werden.

Eine weitere Fraktur ist die Zerstörung der Schienbeingelenkfläche, indem die Gelenkrolle in das Schienbein getrieben wird (Fall aus größerer Höhe, Autounfälle usw.). Diese sogenannten Pilon tibiale-Frakturen sind sehr komplex und auch durch eine Operation oft nur begrenzt zu heilen.

Generell gilt, je einfacher der Knochenbruch, desto eher wird die Versorgung im Gips durchgeführt. Je schwerer die Fraktur ist, desto schneller wird operiert.