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Nachbehandlung nach Gelenkersatz

 

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Die Nachbehandlung bei gelenkersetzenden Operationen ist von der Art der Prothese, dem Befestigungsverfahren (zementiert oder nicht zementiert) und dem betroffenen Gelenk abhängig.

Natürlich werden in jedem einzelnen Krankenhaus zusätzlich eigene Prioritäten gesetzt. Im Allgemeinen unterscheiden sich jedoch die einzelnen Nachbehandlungsschemata nicht wesentlich.

Unmittelbare postoperative Phase:

Hier stehen abschwellende und die Bewegung wiederherstellende Behandlungsverfahren im Vordergrund. Größere Bewegungen sind erst nach Entfernen von Drainagen sinnvoll. Danach sollte sofort mit immer weiter ausladenden Bewegungen, die durch Krankengymnastik und elektrische Bewegungsschienen begonnen werden.
Die Belastung ist in den ersten beiden Wochen weitgehend zu reduzieren, um die das Gelenk umgebenden Weichteile (Muskulatur, Sehnen, Haut, Unterhaut) zu schonen und die Wundheilung zu fördern. Wir lassen in den ersten beiden Wochen eine Belastung von 20 Kilogramm zu. Damit kann der Bewegungsablauf beim Gehen ausreichend beübt werden.
Zusätzlich werden Kräftigungsübungen der oberen Extremität durchgeführt, um das Gehen an Gehstützen zu erleichtern. Daneben wird mit Lymphdrainage, lokaler Kühlung und
Schmerzmitteln versucht, die Begleiterscheinungen der Operation (Schwellung, Schmerzen) schnell zu minimieren.

Mittlere postoperative Phase:

Nach der Entfernung des Nahtmaterials (Fäden oder Klammern) kann bei geschlossener Wunde eine weitere Intensivierung der Bewegungstherapie durchgeführt werden. Im Bewegungsbad können die Bewegungsabläufe beim Gehen wieder intensiviert beübt werden, da das Körpergewicht hier durch den Auftrieb des Wassers vermindert ist. Daneben wird die Belastung schrittweise auf die Hälfte des Körpergewichts gesteigert.
Die Bewegung im operierten Gelenk sollte vor Entlassung aus der Klinik fast normal sein. Das Mindestbewegungsausmaß wäre die volle Streckung und die Beugung von 90 Grad. Mit diesem Bewegungsausmaß sind alle normalen Tätigkeiten (Sitzen, Toilette, Auto oder Bus fahren) wieder möglich.
In diesem Nachbehandlungsabschnitt ist auch die Kräftigung der Muskulatur des operierten Beines wichtig, um nach späterem Erreichen der Vollbelastung die normale Bewegung möglich zu machen.
Die mittlere Phase dauert von der dritten bis zur sechsten postoperativen Woche.

Späte postoperative Phase:

Nach der sechsten Woche ist schrittweise die Vollbelastung möglich. Spätestens in der neunten Woche sollte diese erreicht sein. Wichtig ist jetzt die weitere Kräftigung der Muskulatur und die Koordinierung der Bewegung der operierten Extremität. Dazu ist die Krankengymnastik als Schulung weiter nötig.
Durch die vermehrte Bewegung und die Gewöhnung der Weichteile an die immer leicht veränderten Verhältnisse im Gelenk können gelegentlich weiter Schwellungen und Ruheschmerzen auftreten. Diese können in seltenen Fällen bis zu einem halben Jahr andauern. Dann sollte weiter mit Schmerzmitteln und Krankengymnastik gegengesteuert werden.
Zusätzlich kann mit
geeigneten Sportarten ein Muskelgleichgewicht erzielt werden.